Mit dem GfI-Fischartenatlas steht ein umfangreiches Werkzeug für die Kommunikation und den Austausch von fischökologischen Informationen und Verbreitungsdaten zur Verfügung. Details und Hintergrundinformationen sind nun in einem Artikel im Bulletin of Fish Biology erschienen:
Der GfI-Fischartenatlas – ein digitales Werkzeug für die Ichthyofaunistik
Heiko Brunken, Lars Braubach, Matthias Hein, Iris Woltmann & Heide-Rose Vatterrott (2026): Der GfI-Fischartenatlas – ein digitales Werkzeug für die Ichthyofaunistik. Bulletin of Fish Biology, 21: 63-75. DOI 10.53188/BFB0016.
https://www.ichthyologie.de/wp-content/uploads/2026/03/Brunken_etal_2026_GfI-Fischartenatlas_BullFishBiol.pdf

Zusammenfassung:
Der GfI-Fischartenatlas stellt ein umfassendes, digitales Werkzeug zur Dokumentation und Auswertung der Fischfauna Deutschlands und Österreichs dar. Er baut auf dem seit etwa 20 Jahren entwickelten, frei zugänglichen Online-Portal auf, das heute insgesamt 283 Fischarten mit 136.242 Verbreitungspunkten (Stand 08.12.25) abbildet. Grundlage bilden heterogene Datenquellen: historische und aktuelle Fischartenkataster, ichthyologische Fachliteratur, digitale Datenbanken (u. a. GBIF, OBIS, PANGAEA), Citizen-Science-Meldungen sowie persönliche Mitteilungen. Die Daten werden nach Qualitätskontrolle zusammengeführt, georeferenziert und öffentlich bereitgestellt. Die Artseiten integrieren taxonomische, ökologische und naturschutzfachliche Informationen sowie Diagnosemerkmale und Literaturangaben. Die dem Atlas zugrunde liegende Softwarearchitektur „Biodiversity Warehouse“ (BDW) wurde an der Hochschule Bremen entwickelt und umfasst Module zu Geodatenverarbeitung, Datenpersistenz, REST-Schnittstellen, mobiler Datenerfassung und Nutzerverwaltung. Die Hosting-Infrastruktur gewährleistet eine langfristige Sicherung und Bereitstellung der Daten durch das LIB – Museum Koenig Bonn. Durch Exportfunktionen (z. B. nach GBIF) ist eine Einbindung in nationale und internationale Biodiversitätsnetzwerke realisiert. Die Ergebnisse zeigen die hohe Bedeutung digitaler Verbreitungsatlanten für die Ichthyofaunistik, insbesondere vor dem Hintergrund rückläufiger klassischer faunistischer Publikationen. Der Atlas ermöglicht die transparente Bereitstellung geprüfter Daten, unterstützt wissenschaftliche und behördliche Fachanwendungen und fördert die Beteiligung von Citizen Scientists. Gleichzeitig werden bestehende Herausforderungen deutlich, darunter technische Limitierungen bei der Verarbeitung großer Datenmengen. Insgesamt demonstriert der GfI-Fischartenatlas das Potenzial digitaler, Community-gestützter Biodiversitätsdatenbanken, um länderübergreifend aktuelle Verbreitungsmuster sichtbar zu machen, Forschung und Naturschutz zu unterstützen und die Dokumentation der heimischen Fischfauna nachhaltig zu verbessern.
Schlüsselwörter: Fischkataster, Verbreitungskarten, Artbeschreibungen, Biodiversitätsinformatik, Biodiversity Warehouse, Citizen Science
