Pressemitteilung der GfI vom 14.09.20 „Das Leben im Wasser ist in Gefahr“

Der Klimawandel und die aquatischen Ökosysteme – keine Erfolgsgeschichte

Wasser ist die wichtigste natürliche Ressource der Erde, Voraussetzung für alles Leben. Aquatische Ökosysteme, seien sie im Süßwasser oder Meer, bieten den Menschen vielfältige Vorteile, wie z.B. die Versorgung mit Sauerstoff, Nahrung, Trinkwasser, zur Beeinflussung des Klimas,  Wasserreinigung, Eindämmung von Überschwemmungen/Dürren, als Erholungsgebiete und für andere Zwecke. Unsere Existenz und unser Wohlbefinden hängen vom guten Funktionieren der aquatischen Ökosysteme ab.

Die aquatischen Ressourcen der Welt sind heute der größten Bedrohung in der Geschichte der Menschheit ausgesetzt – vom Menschen verursacht. Der Klimawandel beschleunigt die Verschlechterung der aquatischen Ökosysteme. Diese gehören zu den weltweit am stärksten betroffenen Ökosystemen – oft unbemerkt von der Öffentlichkeit. Der Artenschwund im Süß- und Meerwasser ist schon dramatisch, aber bis zu 90 % der Korallenriffe werden bis Mitte dieses Jahrhunderts verschwinden, wenn sich die gegenwärtigen Trends fortsetzen.

Wir, die Wissenschaftler der Welt, die sich mit Wasserressourcen aller Art beschäftigen, verbringen unser Leben damit, diese Systeme zu untersuchen. Wir sehen außergewöhnliche und beunruhigende Veränderungen in den aquatischen Ökosystemen der Welt aufgrund des Klimawandels und glauben, dass wir diese mit der Öffentlichkeit weiterhin teilen müssen. Die vom Weltwirtschaftsforum gefundene globalen Risiken bewerteten die Auswirkungen eines Versagens der Klimapolitik. Verlust der biologischen Vielfalt und Wasserkrise gehören zu den fünf größten Risiken des nächsten Jahrzehnts.

Den ausführlichen Bericht “Erklärung der weltweiten aquatischen wissenschaftlichen Fachgesellschaften zur Notwendigkeit, auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse dringend Maßnahmen gegen den vom Menschen verursachten Klimawandel zu ergreifen” mit den beteiligten Institutionen können Sie hier (s.u.) nachlesen. Der Bericht enthält auch eine Liste der über 100 beteiligten Institutionen.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte die GfI, info@ichthyologie.de.


Dokumente:

World Climate Statement

Press Release Climate Final 91020

World Climate Statement – deutsche Übersetzung : PM_GfI_14_09_2020_Erklärung _weltweiter_aquatischer_Wissenschaftlicher_Vereinigungen