A Meta-Analysis on Environmental Triggers of Spawning Migrations Reveals a New Classification of Thermal Guilds in European Freshwater Fishes

Schlautmann et al. (2026): https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1111/faf.70063

Auswirkung von Umweltfaktoren auf die Laichwanderungen europäischer Süßwasserfische

Die Fischwanderung durch Flussnetzwerke ist entscheidend für die Vollendung der Lebenszyklen und den Zugang zu essenziellen Lebensräumen, doch Fragmentierung stört zunehmend die Laichwanderungen. In Europa begrenzen über eine Million Barrieren die Durchgängigkeit und erzeugen Zielkonflikte zwischen ökologischer Integrität und menschlichen Nutzungen wie Wasserkraft, Hochwasserschutz, Fischerei und Wasserspeicherung. Darüber hinaus kann der Klimawandel die Habitat­eignung verringern und damit den Bedarf an Wanderungen verstärken, um lokalen Aussterbeereignissen zu entgehen. Begrenzte Kenntnisse über Umwelt-Auslöser schränken artspezifische Vorhersagen von Wanderungen ein.

Metaanalyse von 112 Studien

Hier quantifizierten wir den Einfluss von sieben Umweltfaktoren – Wassertemperatur, Abfluss, Trübung, Bewölkung, Niederschlag, Luftdruck und Strahlung – auf die Laichwanderung europäischer Süßwasserfische. Eine Metaanalyse von 112 Studien (685.333 Individuen, 953 Effektgrößen, 50 Arten) zeigte, dass die Wassertemperatur der dominante Wanderungs-Auslöser war. Strahlung, Trübung und Bewölkung zeigten schwächere, kontextabhängige Effekte, während die Effekte von Abfluss, Niederschlag und Luftdruck nicht signifikant waren.

Abbildung 6 aus Schlautmann et al. (2026): Korrelation zwischen der thermischen Toleranz [°C] und der mittleren Laichwanderungstemperatur [°C].

Die artspezifischen durchschnittlichen Laichwanderungstemperaturen korrelierten mit den oberen Grenzen der artspezifischen thermischen Toleranzen, was darauf hinweist, dass der Zeitpunkt der Wanderung physiologische Einschränkungen widerspiegelt. Auf Grundlage dieses Arguments leiten wir eine neue Klassifikation der thermischen Sensitivität europäischer Süßwasserfische ab und unterscheiden drei thermische Laich-Gilden: kalt (<11 °C), kühl (11 °C–15 °C) und warm (>15 °C). Positive Wanderungsreaktionen auf Temperatur traten am häufigsten bei Warmwasserarten auf, seltener bei Kühlwasserarten und nur selten bei Kaltwasserarten.

Wissenslücken über Arten und Umweltfaktoren

Unsere Synthese identifiziert Wissenslücken für Arten und Umweltfaktoren jenseits von Temperatur und Abfluss und liefert eine quantitative Grundlage zur Vorhersage des Zeitpunkts von Laichwanderungen, um Naturschutzmaßnahmen und die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit europäischer Flüsse zu unterstützen.


Quelle: Abstract aus Schlautmann et al. (2026), KI-Übersetzung

Zitat

Schlautmann, C., Arlinghaus, R., Hering, D., Lorenz, A. W., Wolter, C., & Schürings, C. (2026). A Meta‐Analysis on Environmental Triggers of Spawning Migrations Reveals a New Classification of Thermal Guilds in European Freshwater Fishes. Fish and Fisheries.
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1111/faf.70063