Rote Listen

Rote Listen sind keine Gesetzestexte oder Verordnungen, sondern Experteneinschätzungen zur Gefährdung von Arten. Die Einstufung in Gefährdungsgrade beruht dabei auf einheitlichen und nachvollziehbaren Definitionen wie z.B. der Größe von Populationen oder deren Zu- bzw. Abnahme über die Zeit (Bestandstrends). Eine Gute Einführung in die Methoden zur Gefährdungseinstufung bieten die Standardwerke „Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands“ (Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz, Bonn) und „Rote Listen gefährdeter Tiere Österreichs“ (Hrsg.: Umweltbundesamt Wien), auf die hiermit verwiesen wird. Rote Listen haben heute meist auch den Anspruch einer Gesamtartenliste (Checkliste) für das jeweilige Gebiet und beinhalten damit auch nicht gefährdete oder nicht bewertete Arten.

Raumbezug

Rote Listen haben immer ein definiertes Gebiet, auf das sich die Gefährdungseinschätzung bezieht. Eine globale Einstufung erfolgt durch die Weltnaturschutzorganisation, besser bekannt als IUCN (International Union for Conservation of Nature ans Natural Resources): The IUCN Red List of Threatened Species. Über eine einfache Eingabemaske für den Artnamen lassen sich hier die artspezifischen Gefährdungsgrade schnell ermitteln.

Für Europa gibt es die Rote Liste der Europäischen Süßwasserfische (englisch): Freyhof, J. & Brooks, E. 2011. European Red List of Freshwater Fishes. Luxembourg: Publications Office of the European Union. Die Gefährdungseinschätzung für die Europäischen Süßwasserfische befindet sich derzeit in der Revision.

Auf nationaler Ebene gibt es:

Deutschland

Freyhof, J. (2009): Rote Liste der im Süßwasser reproduzierenden Neunaugen und Fische (Cyclostomata & Pisces). Fünfte Fassung. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70(1) (Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz): 291-316.

Thiel, R., H. Winkler, U. Böttcher, A. Dänhardt, R. Fricke, M. George, M. Kloppmann, T. Schaarschmidt, C. Ubl & R. Vorberg (2013): Rote Liste und Gesamtartenliste der etablierten Fische und Neunaugen (Elasmobranchii, Actinopterygii & Petromyzontida) der marinen Gewässer Deutschlands. 5. Fassung, Stand August 2013. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70(2) (Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz): 11-76.

Österreich

Wolfram, G. & E. Mikschi (2007): Rote Liste der Fische (Pisces) Österreichs. – In: Wallner, M. (Red.), Rote Listen gefährdeter Tiere Österreichs. Grüne Reihe Band 14/2. Hrsg.: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Wien. S. 61-198.