Der Stresstest der Vogelschutzrichtlinie und der Habitat-Richtlinie (die Naturschutzrichtlinien) ist Teil der umfassenderen Vereinfachungsinitiative der Kommission, die darauf abzielt, die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu steigern und gleichzeitig die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Ziele zu wahren. Mit dem Stresstest soll Folgendes ermittelt werden:
- Möglichkeiten, die Ziele der Richtlinien kosteneffizienter zu erreichen, ohne von den Zielen abzuweichen,
- Bereiche, in denen Vereinfachungen möglich sind, und
- Möglichkeiten, unnötigen Verwaltungsaufwand zu verringern.
Zu dieser öffentlichen Konsultation können sich alle Personen und Institutionen jetzt äußern. Das Feedback wird bei der Entwicklung und Erarbeitung dieser Initiative berücksichtigt.
Frist: 10 August 2026
Das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) übermittelt uns folgende Stellungnahme und einen Aufruf zur Beteiligung:
Stellungnahme: 2026 OEKF Stresstest Naturschutzrichtlinien
Die Fische brauchen uns alle!
EU-Stresstest der Naturschutzrichtlinien: Jetzt mitmachen!
Jetzt ( bis 10.08.2026) ist der Moment, Verantwortung zu übernehmen. Denn wenn wir schweigen, bestimmen andere über unsere Fische. Die Europäische Kommission überprüft derzeit die Naturschutzrichtlinien. Zahlreiche Natur- und Tierschutzorganisationen haben ihre Mitglieder bereits mobilisiert und bringen ihre Forderungen mit Nachdruck nach Brüssel.
Jetzt braucht auch die Fischerei eine starke Stimme. Mehr als die Hälfte unserer heimischen Fischarten ist bedroht. Verbaute Flüsse, zerstörte Lebensräume und ein hoher Fraßdruck gefährden ihre Zukunft. Trotzdem bleiben Fische in der Naturschutzdebatte oft unsichtbar.
Der EU-Stresstest gibt uns die Chance, das zu ändern. Bringen wir unser Wissen aus der Gewässerpraxis ein und zeigen wir, dass wir für einen starken, wissenschaftlich fundierten und wirksamen Naturschutz eintreten.
Machen Sie mit!
Jede Stellungnahme zählt. Geben wir den Fischen die Stimme, die sie selbst nicht haben.
So einfach geht’s – in wenigen Minuten mitmachen!
- Link öffnen
Zur EU-Konsultation: https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/18072-Vogelschutzrichtlinie-und-Habitat-Richtlinie-Stresstest_de - 2. Kurz anmelden. Eine kostenlose EU-Anmeldung ist erforderlich. Die Registrierung dauert nur wenige Minuten.
- Sprache wählen. Die gesamte Konsultation kann auf Deutsch ausgefüllt werden.
- Fragebogen ausfüllen. Sie müssen nicht jede Frage beantworten. Bei vielen Fragen können Sie einfach „Weiß nicht“ auswählen oder Fragen überspringen. Es gibt also keinen Grund, nicht teilzunehmen.
- Zum Schluss Ihre Meinung einbringen. Am Ende des Fragebogens (Punkt 5 – Abschließende Bemerkungen) können Sie einen eigenen Text mit bis zu 1.000 Zeichen einfügen oder eine Datei anhängen
- Nutzen Sie dafür bei Bedarf einfach unseren vorbereiteten Copy-&-Paste-Vorschlag– Kopieren & Einfügen!
- Jede Stimme für die Fische zählt. Je mehr Fischerinnen und Fischer teilnehmen, desto stärker wird unsere Botschaft in Brüssel gehört: Beiliegend finden Sie dazu unsere ausführlichere Stellungnahme.
Unser Copy & Paste Vorschlag mit 1.000 Zeichen:
1. Schutzregelungen regelmäßig wissenschaftlich überprüfen und anpassen
- Schutzstatus bei Arten regelmäßig anpassen.
- adaptives Management, das bei fachlicher Notwendigkeit auch populationsregulierende Maßnahmen einschließt (z. B. Kormoran, Fischotter).
2. Klare Erhaltungsziele und einheitliche Bewertungsgrundlagen schaffen
- EU-weit harmonisierte Methoden, Erhebungszeiträume Referenzwerte für den Erhaltungszustand festlegen.
- Klare Referenzwerte, wann ein „günstiger Erhaltungszustand“ erreicht ist, um objektive Managemententscheidungen zu ermöglichen.
3. Komplexe Schutz- und Ausnahmeregelungen vereinfachen und zielgerichteter gestalten.
4. Ganzheitliches Ökosystemmanagement statt isolierter Artenschutz
- Wechselwirkungen zwischen Arten, Lebensräumen und menschlicher Bewirtschaftung stärker berücksichtigen.
- Zielkonflikte zwischen unterschiedlichen Schutzgütern, wie Prädatoren und gefährdeten Fischarten (z. B. Huchen und Äsche) durch ein ausgewogenes Management lösen.
Mit freundlichen Grüßen
Sonja Behr (ÖKF Geschäftsführerin)