Weitere Fische an der Münchener Isar ausgewildert

Frauennerfling Rutilus virgo, Quelle: Dominik Bernolle, LfU

Wiederansiedlung des Frauennerflings Rutilus virgo

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) setzt die Wiederansiedlung des Frauennerflings in der Isar zwischen München und Moosburg fort. Bei Ismaning wurden seit 2022 mehrmals Fische dieser Art in die Isar eingesetzt. Um an die bisherigen Erfolge anzuknüpfen, wurden nun auch flussaufwärts des Oberföhringer Wehres rund 40.000 Jungfische ausgewildert.

Die bisherigen Maßnahmen zeigen Wirkung, weiß Dr. Christoph Mayr vom LfU in Wielenbach: „Fischbestandserhebungen und Fänge von Anglern haben bereits Frauennerflinge verschiedener Altersklassen im Bereich der mittleren Isar nachgewiesen. Diese Tiere lassen auf den Erfolg der bisherigen Wiederansiedlung schließen.“

Gefährdungsursachen

Menschliche Eingriffe in unsere Gewässer zählen zu den Hauptursachen für den Rückgang des Frauennerflings. Gewässerregulation und -nutzung beeinträchtigen Fließgewässer erheblich. Querbauwerke zerschneiden Lebensräume und erschweren die Wanderung der Fische. Dadurch sind Laichplätze, Jungfischhabitate und die Aufenthaltsorte erwachsener Tiere häufig nicht mehr ausreichend vorhanden oder nicht mehr funktionell miteinander verbunden.

Die Rote Liste und Gesamtartenliste Bayern für Fische und Rundmäuler (2021) führt den Frauennerfling als gefährdete Art. Auch in Anhang II der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) ist der Frauennerfling aufgeführt. Für diese Arten von gemeinschaftlichem Interesse müssen Schutzgebiete ausgewiesen werden. Dazu gehört u. a. auch das FFH-Gebiet „Isarauen von Unterföhring bis Landshut“.

Die hier an der Isar bereits erfolgten Revitalisierungsmaßnahmen sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wiederansiedlung. Das Wasserwirtschaftsamt München stellte neben lebensraumverbessernden Maßnahmen dort die ökologische Durchgängigkeit auf fast 50 Kilometern wieder her. Zuvor war der Frauennerfling in diesem Abschnitt nahezu vollständig verschwunden. Im Zuge von Fischbestandserhebungen konnten die letzten Jahrzehnte lediglich einzelne Individuen im Bereich oberhalb des Alten Isarwehres in Moosburg nachgewiesen werden.

Seit Herbst 2022 arbeitet das LfU gemeinsam mit der Fachberatung für Fischerei Oberbayern und dem Fischereiverein „Die Isarfischer e. V.“ daran, die Art wieder dauerhaft im genannten Isarabschnitt anzusiedeln. Ziel ist ein stabiler Bestand, der sich nachhaltig selbst erhält.

Die im Artenhilfsprogramm eingesetzten Frauennerflinge werden in der Teichanlage des LfU in Wielenbach im Rahmen des Projektes „Entwicklung, Optimierung und Standardisierung von Artenhilfsprogrammen zum Fisch- und Krebsartenschutz, insbesondere FFH-Arten“ gezielt für Wiederansiedlungsmaßnahmen gezüchtet.


Hintergrundfoto:

Mitarbeiter des LfU setzt Fische der Art Frauennerfling in der Isar aus. Pressemitteilung 55/2026. Quelle: Dominik Bernolle, LfU.


GfI – in eigener Sache:

Der Frauennerfling Rutilus virgo (Heckel 1852) im GfI-Fischartenatlas