Die letzte große Hitzewelle Ende Juni 2026 hat zu immensen Fischsterben geführt (die Presse hat bundesweit ausführlich berichtet).

Tote Fische überall!

Wir brauchen Klimaanlagen auch für Fische

Hohe sommerliche Wassertemperaturen führen in Bächen, Flüssen und Seen nicht nur zu regelmäßigen Fischsterben, wie jüngst drastisch zu erleben, sondern wirken auch als limitierende Faktoren für die Entwicklung naturnaher Fischbestände. Wärmeres Wasser kann weniger Sauerstoff aufnehmen, und steigende Wassertemperaturen beschleunigen den Stoffwechsel der Fische. Zudem fördert die Hitze das übermäßige Wachstum von Algen, bei deren Absterben durch biologische Abbauprozess zusätzlich massiv Sauerstoff verbraucht wird.

Abkühlung um bis zu 7 °C möglich

Natürliche Galeriewälder, oder besser noch gesunde Auwälder, wirken als natürliche Klimaanlagen für unsere Fließgewässer. Die Publikation „KLIWA-Bericht – 2-Grad-Ziel für unsere Bäche“ zeigt, dass die Tagesmittel-Wassertemperatur in kleineren Fließgewässern durch überhängende Laubvegetation in typischen hochsommerlichen Schönwetterperioden um ca. 5,5 °C bis 7 °C reduziert werden können. Auch bei 10 m Breite zeigen sich noch maximale Kühleffekte von ca. 4 °C bis 5,5 °C bei 15 m hohen, standortgerechten Uferbäumen.

Hier werden vom Team „Weserlachs“ der Hochschule Bremen (HSB) und dem Fischereiverein Delmenhorst e.V. 22 tote Meerforellen (von zahlreichen weiteren) aus der Delme geborgen und für weitere Untersuchungen ins Labor gebracht. Messungen der Wassertemperatur zeigten nahezu 30 °C. Fotos: HSB, 01.07.26.

Uferrandstreifen mit naturnahem Baumbestand dringend erforderlich

Bei der weiteren Renaturierung unserer Fließgewässer muss speziell bei den kleineren Gewässern die Entwicklung durchgehender naturnaher Baumbestände erste Priorität haben. Was wie eine Forderung aus bereits vergangen Pionierjahren der Gewässerentwicklung klingt, wird aktueller denn je!

Beispiel Delme – Wunsch und Wirklichkeit

Hierzu ein Bericht aus dem WeserKurier vom 18.10.2020:

„Fischereivereine retten den Delme-Lachs – Rettungsaktion für den Delme-Lachs – Fischereivereine aus Delmenhorst, Harpstedt und Twistringen versuchen durch eine Verbesserung der Lebensräume die Artenvielfalt zu erhalten, insbesondere geht es um den Delme-Lachs.“

Die unermüdlichen Anstrengungen der Angelverbände haben bereits erste Erfolge gezeigt. Kiesbetten werden angenommen, Lachs und Meerforelle kehren an ihre traditionellen Laichplätze zurück. Jetzt heißt es „die Klimaanlage einschalten“, d.h. ohne eine durchgehende Beschattung durch Ufergehölze ist ein langfristiger Erfolg nicht zu gewährleisten! Fotos: (l.) WeserKurier, (r.) Heiko Brunken (22.102013).


Literaturempfehlungen:

Ruben van Treeck & Dr. Christian Wolter (2021): Abschlussbericht Temperaturempfindlichkeiten der Fischgemeinschaften in deutschen Fließgewässern – Überprüfung der Orientierungswerte für die Temperatur Projekt O 10.20 des Länderfinanzierungsprogramms „Wasser, Boden und Abfall“ 2020. Im Auftrage der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA). Online verfügbar unter: https://www.laenderfinanzierungsprogramm.de/static/LFP/Dateien/LAWA/AO/O_10.20_211119_Endbericht_O10.20_TempEmpf_Fische.pdf
Ingo Haag, Katharina Teltscher & Dirk Aigner (2023): KLIWA-Kurzbericht 2-Grad-Ziel für unsere Bäche Wassertemperatur und Beschattung. Im Rahmen des Kooperationsvorhabens KLIWA Klimaveränderungen und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft. Online verfügbar unter: https://www.kliwa.de/_download/KLIWA_Kurzbericht_Wassertemperatur_und_Beschattung.pdf

Text: Heiko Brunken, 05.07.26, Ergänzungen 07.07.26