Pressemitteilung ProtectFish project vom 11.02.2026:

ProtectFish-Konsortium – Bilanz nach 18 Monaten
Mitorganisation der 11. Internationalen Kormorankonferenz.

Projekttreffen in Prag

Am 3. Februar 2026 trafen sich die Partner des Horizon-Europe-Projekts ProtectFish an der Tschechischen Universität für Lebenswissenschaften in Prag (Tschechische Republik) zu einer Projektüberprüfung mit der Europäischen Kommission. Das Treffen fand im Anschluss an die 11. Internationale Kormorankonferenz statt, die vom ProtectFish-Projekt mitorganisiert wurde. An der Überprüfung nahm der Projektbeauftragte der Europäischen Kommission, Francisco Javier Rodriguez Benavente, teil. Die Veranstaltung bot Gelegenheit, die in den ersten 18 Monaten des Projekts – das im Juli 2024 begann – durchgeführten Arbeiten und erzielten Ergebnisse vorzustellen. In dieser Anfangsphase waren alle Arbeitspakete von ProtectFish sehr aktiv, mit einem starken Fokus auf praxisorientierte Feldforschung und die Einbindung von Interessengruppen.

Erste koordinierte europaweite Kormoranzählung seit 2012

Im Rahmen dieser Arbeit begann ProtectFish mit der Organisation der ersten koordinierten europaweiten Kormoranzählung seit 2012 unter der Leitung von Dr. Thomas Brengballe von der Universität Aarhus, dem Leiter des Arbeitspakets. Diese wichtige Initiative wurde auch auf der 11. Internationalen Kormorankonferenz hervorgehoben, die von der IUCN-Kormoranforschungsgruppe und ProtectFish gemeinsam und mit finanzieller Unterstützung von ProtectFish organisiert wurde. Ziel des Projekts ist es, relevante Akteure in ganz Europa für die Zählung zu mobilisieren und die gemeinsame Wissensbasis über Kormoranpopulationen und ihre Dynamik zu stärken.

Monitoring-Maßnahmen für EU-gelistete Flussfischarten

Parallel dazu evaluieren die ProtectFish-Partner weiterhin die aktuellen Monitoring-Maßnahmen für EU-gelistete Flussfischarten. Diese Arbeit führte zur Fertigstellung eines methodischen Leitfadens für Behörden mit dem Titel „Methodischer Ansatz zur Bewertung des Erhaltungszustands der Äsche“ durch das Bundesinstitut für Hydrologie (BLU), das ebenfalls ein Arbeitspaket leitet. Obwohl sich der Leitfaden auf eine einzelne Art konzentriert, soll er als Grundlage für eine zukünftige, allgemeinere Methodik dienen, die auf alle Süßwasserfischarten anwendbar ist und europaweit praxisnähere und harmonisierte Kriterien für den Erhaltungszustand sowie klare Empfehlungen für Schutzmaßnahmen unterstützt.

Feldstudien

Die BOKU-Universität koordiniert als Partner mehrere experimentelle Studien, die in Flüssen in Dänemark, Italien, Österreich, Polen, Tschechien und Deutschland durchgeführt werden. Ziel dieser Experimente ist es, die Auswirkungen von Prädation auf geschützte Fischarten abzuschätzen, das Verhalten von Fischen unter Prädationsdruck zu analysieren und zu ermitteln, wie schnell und unter welchen Bedingungen sich Fischpopulationen nach einer Reduzierung der Prädationsintensität erholen können.

Kommunikation und die Einbindung von Interessengruppen

Kommunikation und die Einbindung von Interessengruppen sind zentral für das ProtectFish-Projekt, das auf die aktive Beteiligung zahlreicher Freiwilliger und lokaler Behörden angewiesen ist, um seine Forschungsziele zu erreichen. Durch die Erhebung robuster und vergleichbarer wissenschaftlicher Daten will das Projekt dazu beitragen, langjährige Konflikte im Naturschutz im Zusammenhang mit Fischprädation zu entschärfen und einen fundierten, wissenschaftlich basierten Dialog zwischen Akteuren des Fisch- und Vogelschutzes und öffentlichen Behörden zu fördern.

Das Treffen in Prag markierte zudem eine der letzten offiziellen Aufgaben des Projektkoordinators Dr. Niels Jepsen, der die Leitung von ProtectFish an seine Kollegin von DTU Aqua, Dr. Kim Birnie-Gauvin, übergibt. Das nächste Treffen des ProtectFish-Konsortiums findet zusammen mit dem externen Beirat des Projekts im April 2026 in Wien (Österreich) statt.


Press release


Hintergrundfoto: Screenshot (Ausschnitt, verändert) aus www.michael-komuczki.com/422-der-kormoran-…